Titelbild Traumapädagogik e.V.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Traumapädagogik e.V.

Es ist und war in der Geschichte der Menschheit unumstritten, dass körperliche Verletzungen oft zu bleibenden Schäden führen. Die Frage nach den bleibenden Folgen seelischer Verletzungen, z.B. bedingt durch körperliche und sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und Hunger u.a. stellen sich moderne Gesellschaften erst seit kurzer Zeit. Bald wurde jedoch deutlich, dass herkömmliche und bewährte Methoden sich häufig als zu wenig wirksam erwiesen – diese Erfahrungen setzten ein breites Forschungsinteresse im medizinisch-therapeutischen und später auch im pädagogischen Rahmen in Gang.
 
Kinder und Jugendliche, erst recht mit seelischen, geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, wurden in dieser Diskussion zumeist übersehen: Zu sicher war sich auch die wissenschaftliche Gesellschaft, dass sich vergangene Ereignisse gleichsam "auswachsen". Gefühle, Erinnerungen – auch Schmerzen im gleichmachenden und schmerzabschaltenden Dunkel der Vergangenheit verschwinden: Übrig sollten helle Kindheitsbilder bleiben – zumindest in dieser Lesart. Eine Haltung, ein Vorgehen welches, wie wir heute wissen, schwere seelische Folgen für die Betroffenen hatte und bis heute hat. Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen nach traumatisierenden Ereignissen und Lebenserfahrungen häufig Begleitung im Alltag: Ein Wissen und eine Haltung, die vielen PädagogInnen und TherapeutInnen derzeit häufig noch fehlt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Traumapädagogik (BAG-TP) hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Wissen zu verbreitern und die Diskussionen und Fortbildungen in traumabezogener Pädagogik in die verschiedenen pädagogischen Arbeitsfelder zu tragen. Darüber hinaus ist sie Forum für entsprechende fachliche Diskussionen und Stichwortgeber zur Initiierung notwendiger Veränderungsprozesse, sowie Streiter in allen gesellschaftlichen Feldern, in denen die Belange betroffener, vor allem junger Menschen berührt sind.

NEWS

 

Stellungnahme der BAG Traumapädagogik zu Verschärfung des Asylrechts in Deutschland

Von der Willkommenskultur zur ethischen Verantwortungslosigkeit?

Die Flüchtlingsströme nehmen kein Ende und fordern unsere Gemeinden, Landkreise und unsere Gesellschaft immer stärker heraus. Von daher ist es nicht überraschend, dass unsere Gesellschaft auf die zunehmende Überforderung mit Ohnmachtsgefühlen und Impulsen zur aggressiven Abschottung reagiert, zumal man anhand der zunehmend aggressiven und menschenverachtenden Stimmungen auf den Demonstrationen ablesen kann, wie sich weite Teil der Bevölkerung vor den Flüchtlingsströmen fürchten und unspezifische Ängste immer häufiger in Hass und Gewalt übergehen. Die Beliebtheitswerte und Wahlprognosen der verantwortlichen politischen Entscheidungsträger rauschen in den Keller und sie werden auf Demonstrationen auf verabscheuungswürdige Art und Weise verhöhnt und erniedrigt. Es ist sicher keine Lösung und für den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährlich, die Ängste, das Unwohlsein und die Vorurteile der fremdenfeindlichen Demonstrationen vorschnell als haltloses, rassistischen Populismus bildungsferner Schichten abzutun, gibt es doch auch ein unspezifisches Unwohlsein, ob der gewaltigen Herausforderung, die die Integration dieser Vielzahl von Flüchtlingen an unsere Gesellschaft stellt. Diese reicht bis weit in die Mitte unserer Gesellschaft und Vorschläge von Wirtschaftswissenschaftlern für die Integration von Flüchtlingen, den Mindestlohn aufzuweichen, dienen nicht dazu, diese Ängste abzubauen.

 

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19.07.2015: 

Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Traumapädagogik zur aktuellen Situation minderjähriger Flüchtlinge 

Die jährlich steigende Zahl von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen stellt viele Kommunen wie auch Träger der Kinder- und Jugendhilfe mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor enorme Herausforderungen in der Aufnahme und Unterbringung.  Geltende Standards der Kinder und Jugendhilfe werden (können?) vielfach nicht eingehalten. Als Reaktion der Politik wird eine Wiedereinführung von (bundesweiten) Verteilverfahren gefordert, um eine „gerechte" Lastenverteilung zu erreichen. Um die Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und für die Fachkräfte grundlegend zu verbessern, ist jedoch ein kindgerechtes Aufnahmesystem notwendig.  

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PUBLIKATIONEN

Literatur: Wilma Weiss: Philipp sucht sein ich

Eine Praxis- und Orientierungshilfe der BAG Traumapädagogik

Birgit Lang / Claudia Schirmer / Thomas Lang / Ingeborg Andreae de Hair / Thomas Wahle / Jacob Bausum / Wilma Weiß / Marc Schmid (Hrsg.)

 

 

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen der Bundesarbeitgemeinschaft Traumapädagogik finden Sie <<hier...>>