Titelbild Traumapädagogik e.V.

Mindeststandards zur Zusatzqualifikation: „Traumapädagogik / Traumazentrierte Fachberatung“ nach den Empfehlungen der DeGPT und des Fachverbands Traumapädagogik (vorher BAG)

Die psychosoziale Versorgung traumatisierter Menschen wird in erheblichem Ausmaß durch Berufsgruppen mit Fachschul-, Fachhochschul- und Hochschulabschlüssen geleistet. Mit der Einführung der Zusatzqualifikation "Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/Fachverband Traumapädagogik, vorher BAG-TP)“ wurden im Jahr 2010 Qualitätsstandards in der psychosozialen Versorgung traumatisierter Menschen etabliert. 

Seit Anfang 2017 liegt eine überarbeitete Form des Curriculums vor, das nach einer Basis integrativer Inhalte eine Vertiefung in einem und/oder beiden Strängen „Traumapädagogik“ und/oder „Traumazentrierter Fachberatung“ vorsieht. Ein Abschluss kann in einem oder beiden Schwerpunkten erworben werden.

Das Curriculum "Traumapädagogik / Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/Fachverband Traumapädagogik, vorher BAG-TP)" kann zur Zeit an 42 Weiterbildungsinstituten absolviert werden. Weitere Institute befinden sich im Zertifizierungsprozess.

DeGPT und der Fachverband Traumapädagogik (vorher BAG) empfehlen für die Zusatzqualifikation „Trau­mapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Trauma­zen­trierte Fachberatung“ und „Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik“ folgende Mindeststandards, die an den jeweiligen wissenschaftlichen Erkenntnisstand fortlaufend angepasst werden. Selbstverständlich sind die beiden Begrifflichkeiten Traumapädagogik und Trau­mazentrierte Fachberatung nicht völlig trennscharf zueinander,aber dennoch spiegeln sich in ihnen Pole wider, die je mit den Begriffspaaren stationär/ambulant, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bzw. Erwachsenen, Betreuung/Be­ratung etc. zu umreißen sind. Trotz vieler Gemeinsamkeiten ist daher zwischen den beiden Arbeitsbereichen in Wissenschaft wie Praxis eine Ausdifferenzierung zu verzeichnen, die auf diese Weise fachlich in das Curriculum aufgenommen wurde, ohne den großen Bereich der Überschneidung zu ignorieren, die sich auch im Doppeltitel Traumapädagogik/Trauma­zen­trierte Fachberatung niederschlägt.

Grundaufbau des Curriculums

Das Curriculum stellt eine Basis von 96 Unterrichtseinheiten integrativer Inhalte für die Traumapädagogik wie traumazentrierte Fachberatung (Inhalte 1 bis 5) voran, um in einem nächsten Schritt eine Vertiefung in zwei Schwerpunkten (Inhalte 6a und 6b) anzubieten, die jeweils mindestens 30 Unterrichtseinheiten umfassen. Die fachspezifische Supervision im Umfang von 24 Unterrichtseinheiten kann innerhalb der Grundlagen oder der Vertiefung stattfinden. Von den Vertiefungen muss nur jeweils eine für die Zertifizierung absolviert werden.

Voraussetzungen

Für Deutschland:
Berufsausbildung: Abgeschlossene Berufsausbildung (Fachschulen) sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufe (insbesondere ErzieherInnen, Pflegefachkräfte, Hebammen, ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, LogopädInnen o.Ä.) oder Hochschul- und Fach­hoch­schul­absolven­tInnen mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Ab­schlüssen, z.B. Dipl.-Psycho­lo­gIn­nen und Ärz­tInnen, Dipl.-Pädago­gInnen, Dipl.-Sozial­arbei­terInnen und Dipl.-So­zial­pädago­gIn­nen, Dipl.-HeilpädagogInnen, Son­­der-Pädago­gIn­nen, LehrerInnen, Dipl.-Theo­lo­gInnen, Dipl.-So­ziologInnen oder analoge Abschlüsse (BA, MA).
Berufserfahrung: Mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen (dazu zählen auch Praktika und An­er­kennungsjahre).

Für die Schweiz:
Berufsausbildung: LehrerInnen und KindererzieherInnen (HF), Heil­pädagogInnen, HeilerzieherInnen (HF), Sonder-PädagogInnen, LogopädInnen, ErgotherapeutInnen, Hebammen, dipl. Pflegefachkräfte (HF oder FH), darüber hinaus AbsolventInnen von Fachhochschulen (FH) oder höherer Fachschulen (HF) wie dipl. SozialarbeiterInnen und dipl. SozialpädagogInnen, dipl. HeilpädagogInnen, ferner HochschulabsolventInnen (= AbsolventInnen von Universitäten und Fachhochschulen) mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Abschlüssen, z.B. Master oder Lizenziat in Psychologie, dipl. PsychologInnen HAP/FH, ÄrztInnen, TheologInnen und SoziologInnen
Berufserfahrung: Mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen (dazu zählen auch Praktika und Anerkennungsjahre).

Für Österreich:
Berufsausbildung: Abgeschlossene Berufsausbildung an einer berufsbildenden Schule mit Maturaabschluss oder Fachdiplom sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufe (insbesondere ErzieherInnen, Pflegefachkräfte, ErgotherapeutInnen, Heb­ammen, LogopädInnen) oder Hochschul- und FachhochschulabsolventInnen mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Abschlüssen, z.B. PsychologInnen (Mag., Dr.) und ÄrztInnen, Dipl.-Päda­go­gInnen, Dipl.-Sozialarbei­terInnen oder SozialarbeiterInnen mit Fach­hochschulabschluss (Mag. FH) und Dipl.-So­zialpäda­go­gInnen, LehrerInnen, TheologInnen (Mag., Dr.), SoziologInnen (Mag., Dr.), oder analoge Abschlüsse (BA, MA)
Berufserfahrung: Mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen (dazu zählen auch Praktika und Anerkennungsjahre).

Das gesamte Dokument können Sie hier herunterladen:

Curriculum zur Weiterbildung in "Traumapädagogik und Traumazentrierter Fachberatung"

2017 Fachverband TP DeGPT Curriculum Gesamt.pdf (189,1 KiB)
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